Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Hilfsaktion für Frontstadt Oleschky läuft an
UN-Kommission: Russland presst Ausländer in seine Armee
Nach Kriegsspende: Metro distanziert sich von Tochter in Russland
Russland: Tote und Verletzte nach Angriff – Drohnentrümmer treffen Zug
Kälte als Waffe: UN-Bericht wirft Russland Verbrechen vor

Hilfsaktion für Frontstadt Oleschky läuft an
Die Stadt ist aktuell vollständig vermint. Die ukrainischen Streitkräfte setzten zeitweise Drohnen ein, um Hilfsgüter in die Stadt zu schaffen. Viele der unbemannten Fluggeräte wurden jedoch von russischen Truppen abgeschossen. Nunmehr sollen nach der Vereinbarung Minen geräumt werden, um einen sicheren Korridor zu schaffen. Unklar ist, ob die rund 2000 verbliebenen Bewohner ihre Stadt verlassen dürfen.
Die humanitäre Feuerpause geht auf eine Initiative des Weißen Hauses in Washington zurück. First Lady Melania Trump hatte nach US-Angaben in der seit Monaten abgeriegelten Frontstadt eine lokale Waffenruhe zwischen Moskau und Kiew vermittelt. Beide Konfliktparteien hätten vereinbart, alle Kampfhandlungen vorübergehend einzustellen, teilte das Weiße Haus mit.
Der Generalstab in Kiew betonte, dass die Feuerpause ausschließlich für die humanitäre Operation gelte. „Wir rufen alle dazu auf, in diesem Zeitraum besonders umsichtig mit den Informationen umzugehen, die Sie erhalten und weitergeben“, heißt es in der Mitteilung der Generalität auf Telegram. „Vertrauen Sie keinen unbestätigten Meldungen und verbreiten Sie keine Gerüchte über Routen, Zeiten und Orte, an denen sich Menschen und humanitäre Konvois bewegen.”
Fünf europäische Nato-Staaten wollen Ukraine vor Winter militärisch stärken
Die sogenannten E5-Länder arbeiteten außerdem mit der Ukraine an der Entwicklung eines Luftverteidigungssystems. „Dieses soll zusätzlich zu den Patriots und anderen Systemen die Ukrainer vor den Angriffen aus der Luft schützen“, sagte Pistorius.
Tote und Verletzte bei russischem Angriff auf Charkiw
Erst am Samstagabend war ein Baumarkt in Charkiw von mehreren russischen Geschossen getroffen worden. Personen kamen dabei nicht zu Schaden. Tags zuvor wurden bei einem russischen Angriff auf die umliegende Oblast mindestens sieben Menschen verletzt.
Charkiw ist die zweitgrößte Stadt der Ukraine. Da die Stadt in Frontnähe liegt, wird sie immer wieder vom russischen Militär angegriffen – sowohl mit Artillerie als auch mit Drohnen.
UN-Kommission: Russland presst Ausländer in seine Armee
Den vorliegenden Zeugenaussagen und Dokumenten zufolge führten Flüge über Bahrain, Brasilien, Äthiopien, Frankreich, Kenia, Mexiko, Marokko, Oman, Panama, Spanien, die Türkei oder die Vereinigten Arabischen Emirate nach Russland. Auf der Grundlage gesammelter Beweise sei die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass die russischen Behörden Menschenhandel und andere Menschenrechtsverletzungen begangen haben.
Die umworbenen Männer gingen demnach auf Angebote für zivile Jobs in Russland ein, die lukrativ, echt und glaubwürdig erschienen. Kurz nach ihrer Ankunft würden die Männer jedoch gezwungen, Verträge in russischer Sprache mit dem Verteidigungsministerium zu unterzeichnen. Handy und Reisepass würden oft beschlagnahmt. Die Rekruten seien schockiert, wenn sie realisierten, dass sie in den russischen Streitkräften dienen müssten. Männer würden an der Front in der Ukraine mit gefährlichen Aufgaben betraut.
Die Abreise, das Verschwinden, die Verwundung, der Tod oder die Gefangennahme der Opfer haben den Angaben zufolge langfristige psychologische Auswirkungen auf ihre Familien, die intensive Suchbemühungen unternehmen. Die „Unabhängige internationale Untersuchungskommission zur Ukraine“ arbeitet seit 2022 im Auftrag des UN-Menschenrechtsrates und erstellt regelmäßig Berichte.
Nach Kriegsspende: Metro distanziert sich von Tochter in Russland
Kremlchef Wladimir Putin hatte das Russland-Geschäft des Lebensmittelgroßhändlers Ende September per Dekret unter Zwangsverwaltung nehmen lassen. Demnach verwaltet die russische Managementgesellschaft Torg RUS vorübergehend 100 Prozent der Aktiva von Metro in Russland. Bei Torg RUS handelt es sich laut Metro AG um ein Unternehmen des ehemaligen Vorstandschefs von Metro Russland, Johannes Tholey.
Es sei wichtig, klarzustellen, dass Tholey nicht mehr für die Metro AG tätig sei, erklärte die Metro AG. Sie betonte, dass sie keine operative Kontrolle mehr über ihre russische Tochtergesellschaft und keinen Einfluss auf deren operative Entscheidungen habe, auch wenn das Eigentum an Metro Russland formal weiterhin bei der Metro AG liege.
Auf der russischen Metro-Website ist eine Überweisung in Höhe von einer Milliarde Rubel (mehr als elf Millionen Euro) an den Fonds „Volksfront. Alles für den Sieg“ bekanntgegeben worden. Die Mittel fließen demnach in den Kauf von Technik, die das Militär an der Front brauche. Zitiert wird in der Mitteilung auch Tholey: „Als Teil des russischen Wirtschaftssystems halten wir es für wichtig, uns an strategischen Initiativen des Staats zu beteiligen.“ Bei dem genannten Fonds handelt es sich um eine Spendenaktion einer vor Jahren von Putin ins Leben gerufenen Organisation. In Russland wurden zuletzt mehrere europäische Unternehmen unter Zwangsverwaltung gestellt, darunter der Lebensmittelhersteller Nestlé und die französische Warenhauskette Auchan.
Slowakischer Außenminister erntet Kritik für Moskau-Besuch
Die gemischte slowakisch-russische Kommission war zuletzt vor fünf Jahren zusammengetreten. Wegen des russischen Angriffskriegs auf die direkt an die Slowakei grenzende Ukraine war sie jedoch vorerst eingestellt worden. Dass die Kommission nun wiederbelebt wurde, rechtfertigte Blanár in einer Pressemitteilung des Außenministeriums in Bratislava mit wirtschaftlichen Notwendigkeiten. Man wolle trotz der entschiedenen Verurteilung des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs weiter mit Russland im Dialog bleiben.
Die Slowakei ist traditionell von russischen Energielieferungen abhängiger als andere EU-Länder. Fico hatte deshalb immer wieder kritisiert, dass EU-Sanktionen für Gas, Öl und Uran seinem Land mehr schaden würden als Russland selbst.
Der konservativ-populistische Oppositionspolitiker Gabor Grendel bezeichnete Blanárs Moskau-Reise jedoch als „internationale Schande“ für die Slowakei, die dem Land „trotzdem kein billigeres Öl und Gas“ bringe. Der liberale Ex-Außenminister Ivan Korčok nannte Blanár einen „Totengräber der slowakischen Außenpolitik“. Auch andere Vertreter der Opposition in Bratislava kritisierten den Minister heftig und warfen ihm unter anderem „Verrat“ vor.
Russland: Tote und Verletzte nach Angriff – Drohnentrümmer treffen Zug
Der Zug sei in einem Vorort von Woronesch unterwegs gewesen, als Trümmerteile einer abgeschossenen Drohne auf ihn gefallen seien, sagte Gussew. Beschädigt worden sei ein Waggon des Zugs Nummer 11 auf dem Weg von Anapa am Schwarzen Meer nach Moskau, teilte die russische Eisenbahngesellschaft RZD mit. Wegen der Angriffe sei der Zugverkehr in der Region vorübergehend eingestellt worden. Russische Medien berichteten, in dem Zug seien Fußballer des Vereins Lokomotive Moskau gewesen, die von einem Auswärtsspiel zurückkehrten.
Nach Darstellung von Gouverneur Gussew geriet bei den Angriffen in Woronesch auch ein Geschäftszentrum in Brand. Schäden gebe es unter anderem auch an Industrieanlagen, einem Wohnhaus und einer Schulsport-Anlage. Fast in allen Teilen der Stadt gebe es Schäden an Fassaden und Fenstern. Aus der Ukraine gab es bisher keine Angaben zu dem Angriff.
In der Ukraine wiederum wurden bei russischen Angriffen in der Nacht mindestens sechs Menschen in der südöstlichen Stadt Saporischschja und zwei Menschen in der nördlichen Region Tschernihiw verletzt, wie die ukrainischen Behörden auf Telegram mitteilten.
Das russische Verteidigungsministerium teilte auf Telegram mit, die Armee habe ein Kraftwerk in der zweitgrößten ukrainischen Stadt Charkiw im Nordosten, ein Lagerhaus in der umliegenden Region sowie ein weiteres Kraftwerk in der westlichen Region Chmelnyzkyj getroffen. Zudem hätten russische Streitkräfte ein Frachtschiff auf dem Weg zum ukrainischen Schwarzmeer-Hafen Odessa getroffen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf das Ministerium. Das Schiff habe Militärgüter für die ukrainische Armee transportiert. Auch sei die Infrastruktur im Hafen von Tschornomorsk attackiert worden.
Kälte als Waffe: UN-Bericht wirft Russland Verbrechen vor
In einem Bericht für die UN-Generalversammlung in New York spricht die Kommission von jahrelangen systematischen Angriffen auf Heizkraftwerke, Leitungen, Gasanlagen und andere Einrichtungen. Im vergangenen Winter hätten Tausende Haushalte ohne Heizung auskommen müssen, Millionen Menschen seien von Stromausfällen betroffen gewesen. Aus Sicht der UN-Kommission hat die Kälte negative Folgen für die physische und psychische Gesundheit der ukrainischen Bevölkerung. Die unabhängigen Menschenrechtsfachleute des Gremiums wiesen darauf hin, dass russische Angriffe mit dem Einsetzen der neuen Kälteperiode wieder zugenommen hätten.
Selenskij: Warten fast einen Monat auf Hegseth-Unterschrift
US-Systeme vom Typ Patriot gelten als besonders wirksam bei der Abwehr ballistischer Raketen, die Russland in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine einsetzt. Die Ukraine arbeite mit den USA, Europa und anderen Partnern zusammen, die über Bestände entsprechender Raketen verfügten, schrieb Selenskij. Außerdem kündigte er Vorbereitungen für ein Ramstein-Treffen im November an. Zuvor hatte bereits der Kiewer Verteidigungsminister Jewhenij Chmara angekündigt, dass die Ukraine und ihre westlichen Verbündeten bei einer neuen Sitzung der Ukraine-Kontaktgruppe über weitere militärische Hilfe sprechen wollen.
Russland: Ukrainischer Drohnenangriff auf Moskauer Luftabwehr vereitelt
Einer der Männer sei von einem SBU-Mitarbeiter gegen das Versprechen einer Geldzahlung angeworben worden, erklärte der FSB weiter. Er habe daraufhin einen Bekannten aus seinem Umfeld für das Vorhaben gewonnen. Die Festnahme sei erfolgt, als die Verdächtigen den Anschlag vorbereiteten.
Eine Stellungnahme des SBU oder der ukrainischen Regierung liegt nicht vor. Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten ihre Drohnenangriffe auf die russische Hauptstadt verstärkt. Russland hat seinerseits die Angriffe auf die ukrainische Energieversorgung und andere Infrastrukturziele intensiviert.
Selenskij: US-Warnungen vor russischen Raketenangriffen wiederhergestellt
Nach jüngsten Problemen werden die US-Warnungen vor bevorstehenden russischen Angriffen mit ballistischen Raketen laut Präsident Wolodimir Selenskij wieder in vollem Umfang übermittelt. Die Warnungen sind für die ukrainische Luftverteidigung entscheidend. Dem ukrainischen Fernsehsender TSN erklärt Selenskij, das Satelliten-Internet Starshield von SpaceX funktioniere seit dem frühen Morgen wieder auch bei einem Tempo von bis zu 420 Kilometern pro Stunde. Die Verbindung war vor einigen Tagen eingeschränkt worden.
Berichte: Ukraine greift russische Raketenfabrik an
Von russischer Seite gab es zu dem Angriff auf das Werk keine Angaben. Jedoch berichteten die Staatsagenturen Tass und Interfax von ukrainischen Angriffen auf die Region Lipezk.
Während bei Tass lediglich einige Schäden an Autos und Gebäuden durch herabfallende Raketentrümmer erwähnt wurden, berichtete Interfax unter Berufung auf Gouverneur Igor Artamanow von mindestens einem Toten und sechs Verletzten nach einem Angriff auf die Industriezone in Jelez.
Iskander ist ein russisches Waffensystem, das sowohl ballistische Kurzstreckenraketen als auch Marschflugkörper abfeuern kann.
Russland: Angriffe auf Frachtschiffe
Zudem griffen demnach russische Streitkräfte in der Nacht in der ukrainischen Stadt Charkiw mehrere Logistikzentren an. Dort seien zivil und militärisch nutzbare Güter für das ukrainische Militär gelagert und verteilt worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Russland: Können so viel Diesel liefern wie die USA wünschen
Russland hatte zugestimmt, ein selbst auferlegtes Exportverbot für Diesel wegen Knappheiten infolge ukrainischer Angriffe aufzuheben, um den Kraftstoff wieder an die Weltmärkte zu liefern. Trump hatte am 9. Oktober angekündigt, dass Russland zunächst 300 000 Tonnen oder 2,25 Millionen Barrel exportieren werde. Darauf sollen 500 000 Tonnen im November und eine Million Tonnen „unmittelbar danach“ folgen. Der US-Präsident hofft, mit mehreren Maßnahmen die Dieselpreise vor den US-Zwischenwahlen am 3. November zu senken.
Slowakei will enger mit Russland zusammenarbeiten
Das letzte Treffen der „Zwischenstaatlichen Kommission für wirtschaftliche und wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit“ fand im Jahr 2021 statt. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine wurde das Forum, bei dem sich Experten und Regierungsvertreter der beiden Länder koordinieren, vorübergehend auf Eis gelegt.
Bei den neuerlichen Gesprächen am Montag soll es vor allem um das Thema Energie gehen, konkret um die Versorgung mit russischem Öl und Gas sowie um Kernbrennstoffe. Auch Landwirtschaft, Tourismus, die kulturellen Beziehungen und der Umgang mit sanktionierten russischen Sportlern stehen auf der Agenda.
Laut der slowakischen Opposition dient das Treffen auch der Aufstockung des russischen Diplomatenkorps in Bratislava, das derzeit auf 15 beschränkt ist. Im Raum stehen außerdem eine engere Militärkooperation und der Austausch von Militärattachés.
Anfang November wollen slowakische Regierungsvertreter auch zu einem zwischenstaatlichen Treffen mit der ukrainischen Regierung nach Lwiw reisen, wie Fico bekanntgab. Die Beziehung der beiden Nachbarn ist nicht zuletzt aufgrund mehrerer Besuche des Linkspopulisten in Moskau über die vergangenen Jahre angespannt.